Labrador, der wilde, weite Festlandteil von Neufundland und Labrador, ist ein Reiseziel für alle, die Natur nicht nur ansehen, sondern spüren möchten. Erleben Sie das berühmte „Big Land“-Gefühl hautnah zwischen Atlantikküste, Québec-Labrador-Highway, einsamen Stränden, historischen Küstenorten und mächtigen Naturräumen. Folgen Sie der Route „Expedition 51°“, entdecken Sie Red Bay, Battle Harbour und die Torngat Mountains und freuen Sie sich auf Wale, Eisberge, Nordlichter und viele Gänsehautmomente.
Labrador ist die wilde Seite Neufundlands und Labradors: rau, weit, still – und dann plötzlich wieder voller Geschichten, Küstenorte, Leuchttürme, Eisberge, Wale und Nordlichter. Hier reisen Sie nicht einfach von A nach B, sondern mitten hinein ins „Big Land“-Gefühl.
Labrador bildet den weitläufigen Festlandteil der Provinz. Hier treffen die Atlantikküste, der Québec-Labrador-Highway, abgelegene Küstenorte, Flusstäler, Strände und einige der eindrucksvollsten Naturräume Ostkanadas aufeinander. Besonders spannend: Manche Orte erreichen Sie per Straße, andere per Fähre. Im Torngat Mountains National Park gibt es gar keine Straßen, Campingplätze oder Wegweiser. Labrador zwinkert Ihnen freundlich zu und sagt: „Planen Sie gut – ich bin kein Stadtpark.“
Die Route „Expedition 51°“ ist ein großer Labrador-Roadtrip, der Sie entlang des Québec-Labrador-Highways und der Strait of Belle Isle zu Küstenorten, Sandstränden, historischen Stätten und dem UNESCO-Welterbe Red Bay führt. Weiter geht es zum Point Amour Lighthouse und nach Battle Harbour.
Die „Expedition 51°“ beginnt im Westen bei Labrador City, führt über Happy Valley-Goose Bay und folgt im südlichen Abschnitt der Küste rund um L’Anse-au-Clair, Red Bay, Mary’s Harbour und Battle Harbour. Hier fahren Sie nicht nur eine Straße entlang, sondern erleben Labrador als echtes „Big Land“-Abenteuer mit borealen Wäldern, Flüssen, Seen, Küstenorten, Walfanggeschichte, Leuchttürmen, Fähren und dem herrlichen Gefühl, plötzlich sehr, sehr weit weg vom Alltag zu sein.
Touristisches Angebot und die wichtigsten Höhepunkte
Torngat Mountains National Park - Rund 9.700 km² Wildnis zwischen Saglek-Fjord, Nordspitze Labradors, Atlantikküste und Québec-Grenze mit Bergen, Eisbären, kleinen Gletschern, Karibus und Inuit-Kultur.
Die Red Bay National Historic Site - Ein UNESCO-Welterbe und war im 16. Jahrhundert ein bedeutender baskischer Walfanghafen.
Battle Harbour - Ein restauriertes Fischerdorf aus dem 19. Jahrhundert auf Battle Island, das einst inoffiziell als Hauptstadt Labradors galt.
Forteau und L’Anse-Amour - Von hier aus können Sie Küstenwege, Strände, Wal- und Eisbergbeobachtungen sowie das Point Amour Lighthouse und die L’Anse-Amour Burial Mound National Historic Site erkunden.
Der Point Amour Lighthouse - Mit rund 33 Metern der höchste Leuchtturm Atlantik-Kanadas. Von oben genießen Sie den Blick über die Strait of Belle Isle.
Der Pinware Provincial Park und der Labrador Pioneer Footpath bieten Strände, Küstenpfade, Flüsse und alte Verbindungswege zwischen Gemeinden.
Cartwright liegt am Zugang zum 10.700 km² großen Akami-Uapishkᵁ-KakKasuak-Mealy Mountains National Park Reserve, dem größten Nationalpark im Osten Kanadas.
Wandern an der rauen Küste von Süd-Labrador
Schnüren Sie Ihre Wanderschuhe und folgen Sie den Küstenwegen rund um Forteau, L’Anse-Amour, L’Anse-au-Clair und Pinware. Besonders reizvoll ist der Labrador Pioneer Footpath, der die alten Verbindungswege zwischen den Küstengemeinden aufgreift. Unterwegs erwarten Sie Sandstrände, Boardwalks und Ausblicke auf die Labrador Strait. Mit etwas Glück können Sie sogar Eisberge, Wale oder Seevögel beobachten. Das ist Wandern mit Meeresrauschen und ordentlich Labrador-Wind als kostenlosem Frischekick.
Wale, Delfine, Orcas und Eisberge beobachten
An den Stränden und Küstenabschnitten bei Forteau und L’Anse-Amour lohnt sich der Blick aufs Wasser fast immer. Hier können Sie Wale, Orcas und Delfine entdecken, während in der Saison Eisberge an der Küste vorbeiziehen. Auch die Fährfahrt zwischen St. Barbe und Blanc-Sablon ist mehr als nur ein Transportmittel: Sie überqueren die Strait of Belle Isle und haben dabei gute Chancen, Seevögel und Meeressäuger zu sehen. Kamera bereithalten – Labrador kündigt seine großen Auftritte nicht immer vorher an.
Historische Küstenorte erkunden
Tauchen Sie in Orten wie Red Bay, L’Anse-Amour und Battle Harbour tief in die Geschichte Labradors ein. In Red Bay begegnen Sie der Welt der baskischen Walfänger des 16. Jahrhunderts und sehen im Interpretation Centre unter anderem eine rund acht Meter lange Chalupa. In L’Anse-Amour führt Sie die Geschichte sogar noch weiter zurück: Der Burial Mound erinnert an ein etwa 8.000 Jahre altes Grab eines Kindes der Maritime-Archaic-Kultur. In Battle Harbour spazieren Sie durch ein restauriertes Fischerdorf des 19. Jahrhunderts – es ist, als hätte jemand die Zeit angehalten und nur den Atlantik weiterlaufen lassen.
Red Bay und Saddle Island entdecken
In Red Bay spazieren Sie nicht einfach durch ein UNESCO-Welterbe, Sie betreten eine Bühne der Seefahrtsgeschichte. Wandern Sie am Strand entlang, besuchen Sie das Interpretation Center und vergleichen Sie die Chalupa mit den ausgestellten Walknochen, um ein Gefühl für die Dimensionen des historischen Walfangs zu bekommen. Besonders eindrucksvoll ist ein Ausflug per Boot oder Kajak nach Saddle Island, wo Sie die Überreste der einstigen Anlagen, rote Dachziegel und die Reste einer Industrie entdecken, die vor rund 500 Jahren Europas Lampen mit Walöl versorgte.
Battle Harbour zu Fuß erleben
Lassen Sie Ihr Auto in Mary’s Harbour stehen und setzen Sie per Fähre nach Battle Island über. In Battle Harbour bewegen Sie sich zu Fuß durch einen Ort ohne Autos, asphaltierte Straßen, Stromleitungen oder Mobilfunkmasten. Sie folgen alten Pfaden, schlafen in restaurierten historischen Häusern und erleben einen National Historic District, in dem die Vergangenheit nicht hinter Glas verschwindet, sondern Sie direkt umgibt. Dazu kommen Meeresblicke, Eisberge, Wale, arktische Vegetation, Felsformationen und nachts ein Sternenhimmel, der ganz klar keine Straßenlaternen vermisst.
Den Point Amour Lighthouse besteigen
Der Point Amour Lighthouse ist ein echtes „Da-muss-ich-rauf“-Ziel. Der rund 33 m hohe Leuchtturm ist der höchste Leuchtturm Atlantik-Kanadas. Über 132 Stufen geht es nach oben, wo ein weiter Panoramablick über die Strait of Belle Isle wartet. Halten Sie Ausschau nach Eisbergen, Seevögeln oder springenden Walen. Der Aufstieg macht die Beine wach, die Aussicht erledigt den Rest.
Angeln an Flüssen wie dem Forteau River und dem Pinware River
Wer gern angelt, findet in Süd-Labrador starke Reviere. Im Juli und August bieten Flüsse wie der Forteau River und der Pinware River gute Möglichkeiten, Forellen und Lachse zu fangen. Die Quelle spricht von Pools, ruhigen Flussabschnitten und Stromschnellen, an denen Angler durchaus gefordert werden. Mit anderen Worten: Hier beißt nicht nur der Fisch, sondern auch das Abenteuer.
Den Torngat Mountains National Park - aus der Perspektive der Inuit erleben!
Wer Labrador in seiner wildesten Form sucht, findet sie im Torngat Mountains National Park. Der Park umfasst rund 9.700 km² spektakuläre Wildnis mit Bergen, Fjorden, Eisbären, kleinen Gletschern und Karibus.
Besonders wertvoll sind geführte Erlebnisse aus Inuit-Perspektive. Sie besuchen kulturelle und spirituelle Orte, hören alte Geschichten und unternehmen Boots- oder Helikopterausflüge. Je nach Anbieter können Sie auch an mehrtägigen Wander- und Campingabenteuer teilnehmen. Wichtig: Hier gibt es keine Straßen, Campingplätze oder Wegweiser – Labrador meint es ernst mit der Wildnis.
Nordlichter und Sternenhimmel genießen
In Battle Harbour und anderen abgelegenen Orten Labradors erleben Sie Nächte, die fast schon unverschämt schön sein können. Ohne Straßenbeleuchtung und moderne Ablenkung spannt sich ein intensiver Sternenhimmel über die Küste, und mit etwas Glück können Sie sogar Nordlichter beobachten. Wer abends mal nach oben schaut, versteht schnell: Manchmal ist die beste Aktivität in Labrador, nichts zu tun – außer zu staunen.
Feste, Musik und lokale Kultur erleben
In der Gegend um Forteau lohnt es sich auch, einen Blick in den Veranstaltungskalender zu werfen. Das Bakeapple Folk Festival findet bereits seit über 40 Jahren statt und verbindet lokale Musik, Square Dancing, ein Schulhauskonzert und natürlich Bakeapple-Spezialitäten. So erleben Sie Labrador nicht nur über Landschaft und Geschichte, sondern auch über Musik, Begegnungen und Geschmack. Und ja, Sie sollten unbedingt Bakeapple probieren – schon allein, weil der Name so herrlich klingt.
Abstecher abseits der bekannten Highlights
Das Gateway to Labrador Visitor Information Centre in einer umgebauten Kirche in L’Anse-au-Clair, den Jersey Trail mit der Geschichte der Fischer von den Kanalinseln, den Overfall Brook Trail mit Blick auf die Forteau Bay oder den Lookout Trail im Pinware River Provincial Park. Diese Orte sind ideal, wenn Sie Labrador abseits der großen Namen entdecken möchten – mit mehr Ruhe, mehr Küstenluft und manchmal genau dem kleinen Moment, der später zur schönsten Reisegeschichte wird.
Die Route „Expedition 51°“ ist der große Labrador-Roadtrip
Die „Expedition 51°“ ist eine große Abenteuerroute durch Labrador. Sie führt vom Québec-Grenzgebiet bei Labrador City bis zum Atlantik und anschließend entlang der Küste zurück zur südlichen Québec-Grenze. Hier fahren Sie nicht einfach eine Straße entlang, sondern erleben Labrador als echtes „Big Land“-Abenteuer mit borealen Wäldern, Flüssen, Seen, Küstenorten, Walfanggeschichte, Leuchttürmen, Fähren und dem herrlichen Gefühl, plötzlich sehr, sehr weit weg vom Alltag zu sein.
Die Route ist in drei Abschnitte gegliedert: „Expedition 51°: West“, „Expedition 51°: Central“ und „Expedition 51°: South“.
Der westliche Abschnitt startet in Labrador City, ist rund 534 km lang und führt nach Happy Valley-Goose Bay. Der zentrale Abschnitt ist rund 42 km lang und startet ebenfalls in Happy Valley-Goose Bay. Der südliche Abschnitt startet in L’Anse-au-Clair, ist rund 807 km lang und führt zurück zur Québec-Grenze. Hinzu kommen Fährpassagen: etwa 1 Stunde und 45 Minuten von St. Barbe nach Blanc-Sablon sowie rund 1 Stunde von Mary’s Harbour nach Battle Harbour.
„Expedition 51° West” führt Sie von Labrador City über Churchill Falls zu den Nordlichtern. Beginnen Sie im Westen in Labrador City, wo Labrador seine industrielle Kraft zeigt. Labrador City und Wabush sind in den 1950er-Jahren nahe einem der größten Eisenerzvorkommen der Welt entstanden. Im Gateway Labrador Visitor Information Centre können Sie den Edmund Montague Exhibit Hall mit Spuren von rund 3.500 Jahren menschlicher Geschichte in Labrador West entdecken. Danach darf es gern noch ein lokales Bier in Labradors erster Craft-Brauerei sein. Weiter Richtung Osten rollen Sie durch echte Labrador-Wildnis bis nach Churchill Falls. Hier fällt der Churchill River über mehr als 300 m auf einer Strecke von rund 32 km ab, was ideale Voraussetzungen für eines der größten unterirdischen Wasserkraftwerke der Welt schafft. Das klingt technisch, fühlt sich vor Ort aber vor allem gewaltig an. Wasser, Wald, Fels und Weite spielen hier in der Oberliga.
Und dann: Blick nach oben! Die Breitenlagen im Westen Labradors eignen sich hervorragend, um Nordlichter zu beobachten. Wenn der Himmel klar ist und es kaum Lichtverschmutzung gibt, tanzt die Aurora über Ihnen – ganz ohne Eintrittskarte, aber mit Gänsehautgarantie.
“Expedition 51° Central” – Happy Valley-Goose Bay und North West River
In Happy Valley-Goose Bay wechseln Sie vom langen Wildnis-Highway in eine zentrale Versorgungs- und Ausgangsregion für Labrador. Happy Valley-Goose Bay ist der wichtigste Servicepunkt für Zentral- und Nordlabrador und ein Startpunkt für Buschflüge ins Landesinnere. Wer angeln, jagen oder zu abgelegenen Lodges aufbrechen möchte, findet hier den passenden Auftakt. Nehmen Sie sich Zeit für das Labrador Military Museum. Die Geschichte des Ortes ist eng mit dem Militär verbunden. Im Zweiten Weltkrieg war Goose Bay ein wichtiger Zwischenstopp für Flugzeuge auf dem Weg nach Europa. Heute begegnen Sie dieser Vergangenheit in Ausstellungen, Dokumenten, Fotos und historischen Flugzeugen.
Ein besonders schöner Abstecher führt Sie nach North West River. Dort können Sie das Labrador Heritage Society Museum mit einer Nachbildung eines traditionellen Labrador-General-Stores, Ausstellungen zur Hudson Bay Company sowie Einblicken in Jagd- und Fallenstellertraditionen besuchen. In der Nähe widmet sich das Labrador Interpretation Centre den Kulturen indigener Gemeinschaften und der Siedler.
„Expedition 51° Südküste“, Red Bay, Battle Harbour und Leuchtturm-Magie
Der südliche Abschnitt bringt Sie richtig nah an die Küste. Von Blanc-Sablon aus ist es nur ein kurzes Stück bis L’Anse-au-Clair, dem Beginn der Route 510 auf dem Québec-Labrador-Highway. Schon die Fährfahrt über die Strait of Belle Isle kann zu einem kleinen Naturkino werden. Halten Sie Ausschau nach Walen und Seevögeln – die Tiere haben hier eindeutig die besseren Nebenrollen. In L’Anse-au-Clair starten Sie in eine Küstenlandschaft mit Sandstränden, Boardwalks und Wanderwegen. Der Labrador Pioneer Footpath beginnt beim Jersey Trail und verbindet auf rund 110 km sieben Gemeinden entlang der Labrador Straits bis Pinware. Früher waren solche Pfade wichtige Verbindungen zwischen den Orten, heute führen sie Sie mitten hinein in Landschaft, Geschichte und Meeresluft.
Ein Muss ist der Leuchtturm Point Amour. Der 1855 errichtete Leuchtturm ist 33 Meter hoch und gilt als der höchste Leuchtturm Kanadas am Atlantik. Steigen Sie hinauf, lassen Sie den Wind ein wenig durch Ihre Haare wehen und genießen Sie den Blick über die Strait of Belle Isle. Mit etwas Glück können Sie Eisberge, Seevögel oder Wale beobachten.
In Red Bay betreten Sie Boden des UNESCO-Welterbes. Der Ort erzählt die Geschichte der baskischen Walfänger des 16. Jahrhunderts, die hier eines der ersten großen industriellen Zentren der Neuen Welt betrieben. Im Interpretationszentrum sehen Sie die Überreste einer Chalupa, also eines kleinen Walfangboots. Außerdem wurde hier das Wrack der San Juan entdeckt, das 1565 mit einer Ladung Öl sank.
Von Mary’s Harbour aus setzen Sie nach Battle Harbour über. Dieser historische Fischerort wurde in den 1750er-Jahren gegründet und wirkt heute wie eine kleine Zeitkapsel: restaurierte Gebäude, kaum moderne Ablenkung, Ausblicke auf den Ozean und eine Atmosphäre, die einen automatisch leiser werden lässt. Planen Sie gerne zwei Nächte ein – Battle Harbour ist kein Ort zum Abhaken, sondern zum Durchatmen.
Praktische Tipps für die Route
Planen Sie die Expedition 51° mit Abenteuerlust, aber auch mit Verstand. Die Services liegen entlang des Labrador Highways teils weit auseinander. Tanken Sie, wenn möglich, und nehmen Sie ausreichend Wasser mit. Packen Sie außerdem eine Notfallausrüstung ins Fahrzeug. Mobilfunk ist in allen Städten und Dörfern entlang des Trans-Labrador Highways verfügbar, aber nicht auf der gesamten Strecke.
Prüfen Sie außerdem vor dem Start die Straßenbedingungen und Fährpläne. Die Route kann in beide Richtungen gefahren werden, doch Fähren, Zeitzonen und längere Etappen verlangen eine gute Planung. Auf dieser Reise stellen Sie nicht nur Ihre Kamera scharf, sondern gelegentlich auch Ihre Uhr – Labrador reist gern im eigenen Rhythmus.
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